Reduzierung der Steuerlast mittels Holding

Steuervermeidung durch Holding

Steuerlast durch Holding reduzieren

Holding ist eine Kurzform für Holding-Gesellschaft, Holding-Organisation oder auch Dachgesellschaft.

Der Begriff "Holding" umschreibt keine eigenständige Rechtsform, sondern eine in der Praxis etablierte Organisationsform für hierarchisch strukturierte Unternehmen.

Eine Holding-Gesellschaft ist eine Gesellschaft, die an einem oder mehreren anderen Unternehmen eine Beteiligung hält. Der Geschäftsgegenstand der Holding besteht darin, durch ihre Beteiligungen eine Geschäftsstrategie zur Förderung deren langfristigen Werte zu verfolgen.

Bei der Holding-Gesellschaft handelt es sich um eine Firma, die entweder auf eigene Rechnung tätig ist und deren Anteile zum Handel auf einem geregelten Markt in der Europäischen Union zugelassen sind, oder die nicht mit dem Hauptzweck gegründet wurde, ihren Anlegern durch Veräußerung ihrer Tochterunternehmen oder verbundenen Unternehmen eine Rendite zu verschaffen.

Zu einer Holding-Gesellschaft gehören mindestens die Mutter-Gesellschaft, und die Tochter-Gesellschaft, deren Anteile der Mutter zumindest teilweise gehören.

Typisch für eine Holding sind auch Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge. Dann bezeichnet man die Holding oft auch als Konzern.

Die Holding-Organisation kann ein Instrument zur Verschaffung von Steuervorteilen sein oder zur Umgehung von Kapitalbeteiligungsgrenzen.

Steuervorteile können genutzt werden, indem die Holding-Gesellschaft ihren Firmensitz in einen Staat verlegt, in dem attraktivere steuerliche Rahmenbedingungen gegeben sind. Die von den Tochterunternehmen an die Holding-Gesellschaft abgeführten Gewinne unterliegen dann einer geringeren Besteuerung oder besseren Steuergesetzgebung. In einigen Staaten werden Einkünfte aus verbundenen Unternehmen nicht besteuert, dann spricht man vom sogenannten Holding-Privileg.

Unsere Kanzlei übernimmt für unsere Mandanten die Steuergestaltung mittels Holding (Zwischenholding):

Bei werthaltigen Töchtern realisieren wir den steuerneutralen Übertrag der Assets von der Tochtergesellschaft auf die Holding mittels EU-Fusionsrichtlinie/Verschmelzungsrichtlinie bzw. Gesellschafter-Fremdfinanzierung.

Die Installation einer ausländischen Holding kommt insbesondere dann in Betracht, wenn die Basisgesellschaft im Sitzstaat gemäß 5 DBA eine steuerliche Betriebsstätte auslöst oder die Basisgesellschaft aus nicht-steuerlichen Gründen nicht ins Ausland verlegt bzw. im Ausland angesiedelt werden soll.

Beispiel 1: Es besteht eine Produktionsstätte in Deutschland. Eine Produktionsstätte löst aber gemäß 5 DBA immer eine steuerliche Betriebsstätte aus, mithin steht das Besteuerungsrecht dem Sitzstaat - in diesem Falle Deutschland - zu.

Beispiel 2: Es soll eine Produktionsstätte gegründet werden, wobei man sich aus nicht-steuerlichen Gründen entscheidet, dass diese Produktionsstätte z.B. nicht der Schweiz, sondern in Österreich installiert werden soll. Auch dies würde eine Besteuerung im Sitzstaat (hier Österreich) auslösen.

Während internationale Konzerne (z.B. Amazon, Google, ua.) die Vorteile einer Steuergestaltung mittels Holding (Zwischenholding) seit Jahrzenten erfolgreich nutzen, realisieren kleine- oder mittelständische Unternehmen diese Steuervorteile häufig nicht.

Und dieses obwohl derartige Gestaltungen auch für KMU häufig enorme Vorteile bringen.

Absaugen von Gewinnen

Die Installation einer ausländischen Holding kommt insbesondere dann in Betracht, wenn die Basis-Gesellschaft eine steuerliche Betriebsstätte auslöst oder die Basis-Gesellschaft aus nicht-steuerlichen Gründen nicht ins Ausland verlegt oder im Ausland angesiedelt werden soll.

Beispiel: Es soll z.B. eine Produktionsstätte gegründet werden, wobei man sich aus nicht-steuerlichen Gründen entscheidet, dass diese Produktionsstätte nicht im Sitzstaat der Muttergesellschaft errichtet werden soll, sondern – um z.B. näher am Kunden zu sein, in einem anderen Staat. Es besteht dann eine Produktionsstätte in Staat A.

Eine Produktionsstätte löst gemäß 5 DBA immer eine steuerliche Betriebsstätte aus, mithin steht das Besteuerungsrecht dem Sitzstaat A zu. Durch Gewinnabführungsverträge oder in Rechnung stellen typischer Holding-Aufgaben können Gewinne von der Tochter (im Hochsteuerland) an die Mutter (im Niedrigsteuerland) absogen werden.

Steuerlich besonders interessant ist dies, wenn die Holding in einem Staat sitzt, der ein Holding-Privileg anwendet und aktive Einkünfte aus Lizenzen und Patenten ebenfalls begünstigt – z.B. Liechtenstein und Zypern.

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