TSC gibt Ihnen einen Überblick über die Liechtensteiner Stiftung

Gründung einer Stiftung in Liechtenstein

Wie gründe ich eine Stiftung in Liechtenstein?

Eine liechtensteinische Stiftung kann jede natürliche oder juristische Person gründen. Der Gründer oder die Gründungsfirma kann jede Staatsbürgerschaft und jeden beliebigen Wohn- oder Geschäftssitz haben.

Die Errichtung der Liechtensteiner Stiftung erfolgt durch eine Widmung in der Stiftungsurkunde. Die Gründung können Sie auch in einer letztwilligen Verfügung oder auch in einem Erbvertrag festhalten.

Gründung mittels Stiftungsurkunde

Die Errichtung der Stiftung erfolgt durch eine Stiftungserklärung. Diese Stiftungserklärung bedarf der Schriftform und der Beglaubigung der Unterschriften der Stifter. Im Falle einer direkten oder indirekten Stellvertretung ist auf der Stiftungsurkunde die Unterschrift des Stellvertreters zu beglaubigen.

Die Stiftungsurkunde enthält

  • Namen,
  • Sitz,
  • Zweck der Stiftung sowie
  • Bezeichnung des Stiftungsvermögens.

Erforderlich sind außerdem die Benennung des Stiftungsrates sowie Bestimmungen über die Ernennung weiterer Stiftungsratsmitglieder. Abschließend enthält die Stiftungsurkunde eine Bestimmung über die Verwendung des Vermögens im Falle der Auflösung der Stiftung. Ein Widerruf der Stiftung sowie eine Änderung der Stiftungsurkunde ist nur im Ausnahmefall zulässig. Die Stiftungsurkunde kann jedoch den Widerruf oder eine Änderung der Stiftungsurkunde für zulässig erklären.

Der Stifter können Sie sich bestimmte Rechte durch Organstellung - als Stiftungsrat, Kurator oder Protektor - oder durch eine andere Regelung in den Statuten oder Beistatuten in vertretbaren Rahmen vorbehalten. 

Über Ihre individuellen Möglichkeiten hierbei beraten wir Sie gerne persönlich.

Welches Grundkapital ist erforderlich?

Das statutarische Kapital der Liechtensteiner Stiftung kann in Schweizer Franken, Euro und US-Dollar festgelegt werden, wobei jedoch das Mindestkapital immer zu beachten ist

Der Stiftungsfonds (Stiftungsvermögen) muss bei der Gründung der Liechtensteiner Stiftung mindestens ein Kapital von CHF 30.000,00 oder der entsprechende Gegenwert in jeder beliebigen gesetzlichen Währung ausweisen.

Die Gründung kann als Bar-Gründung oder Sachgründung erfolgen.

Sowohl der Stifter als auch Dritte können der Stiftung allerdings schon bei der Gründung oder jederzeit danach weitere Vermögenswerte zuwenden. Zu den Vermögenswerten gehören:

  • Anlageportfolios,
  • Beteiligungen,
  • Edelmetalle,
  • Immaterialgüterrechte (z.B. Urheberrechte, Patente und Lizenzen),
  • Immobilien,
  • Kunstwerke,
  • Schiffe,
  • Versicherungspolicen,

oder andere Vermögenswerte.

Welchen Zweck darf die Stiftung haben?

Das Vermögen der Stiftung muss einem bestimmten Zweck gewidmet sein. In einigen europäischen Staaten ist der Zweck einer Stiftung grundsätzlich auf erzieherische kulturelle, religiöse oder wohltätige Ziele beschränkt. Das Liechtensteinische Personen- und Gesellschaftsrecht (PGR) zählt allerdings zu den wohltätigen Zwecken auch den Unterhalt eines bestimmten Personenkreises - etwa der Familie - als zulässigen Stiftungszweck an.

Die Stiftung darf ein nach kaufmännischer Art geführtes Gewerbe nur betreiben, wenn es der Erreichung ihres nichtwirtschaftlichen Zweckes dient oder Art und Umfang der Haltung von Beteiligungen einen kaufmännischen Betrieb erfordert (Artikel 552 PGR).

Anlage und Verwaltung von Vermögen oder das Halten von Beteiligungen oder anderen Rechten, ohne eigentlichen kaufmännischen Betrieb stellt kein nach kaufmännischer Art geführtes Gewerbe dar.

Das Gesetz setzt praktisch keine Grenzen hinsichtlich der Gestaltung der Begünstigungsrechte der Liechtensteiner Stiftung vor. Rechte der Begünstigten können vielfältig ausgestaltet sein. Diese Rechte der Begünstigten einer Liechtensteiner Stiftung können

  • bedingt oder unbedingt,
  • befristet oder unbefristet,
  • mit einer Auflage versehen oder
  • mit anderen Beschränkungen verbunden sein.

Wenn Sie es wollen, könne die Rechte der Begünstigten der Stiftung sogar dem ausschließlichen Ermessen des Stiftungsrates oder des Stifters überlassen werden.

Einige Arbeitgeber gründen eine Personalvorsorgestiftung in Liechtenstein zugunsten ihrer Arbeitnehmer.

Stiftungsaufsicht

Die Stiftungsaufsichtsbehörde (STIFA) sorgt dafür, dass das Stiftungsvermögen seinen Zwecken gemäss verwaltet und verwendet wird. Die STIFA ist eine Abteilung des Amtes für Justiz und beaufsichtigt seit 1. April 2009 gemeinnützige Stiftungen. Privatnützige Stiftungen können sich freiwillig ihrer Aufsicht unterstellen.

Verwaltung einer Liechtensteiner Stiftung

Die Verwaltung der Stiftung erfolgt in aller Regel durch einen Treuhänder in Liechtenstein. Grundsätzlich sollte dies ein Rechtsanwalt in Vaduz sein, der in der Stiftungsadministration erfahern und kompetent ist.

Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, der für Sie zuständige Berater für eine Stiftungsgründung in Liechtenstein wird sich mit Ihnen in Verbindung setzen.

 


Artikel drucken