Regeln zur Firmengründung im Ausland

DBA liegt nicht vor und außerhalb der EU

Nur wenige Staaten unterhalten kein DBA

Offshore-Staaten wie z.B. Belize, British Virgin Islands, Cayman Islands, Nevis oder die Seychellen (sogenannte Nullsteueroasen) haben keine oder kaum Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) mit anderen Staaten, keine Rechtshilfeabkommen und häufig auch kein öffentliches Handelsregister.

Bei der Gründung einer Firma im Ausland - insbesondere bei Unternehmen in Offshore-Staaten - ist die Frage, ob ein DBA vorliegt, elementar wichtig.

Es liegt kein DBA liegt vor und kein Staat der EU

Darüber hinaus besteuern diese Staaten oft Einkommen, das außerhalb des Landes erwirtschaftet wird, nicht (Exempted Companies, Offshore Gesellschaften, International Business Company). Diese vermeintlichen Vorteile können allerdings zur Steuerfalle werden, wenn bestimmte Voraussetzungen nicht erfüllt werden oder bestimmte Sachverhalte vorliegen.

Viele Staaten (USA, Länder der EU, Schweiz, Russland, etc...) haben Gesetze zur Verhinderung der Steuerflucht, also Gesetze die darauf abzielen, das Besteuerungsrecht im Inland zu definieren.

So muss im Zweifel der mutmaßlich Steuerflüchtige beweisen, dass eine Auslandskonstruktion nicht allein der Steuerumgehung dient (Umkehr der Beweislast bei Nicht-DBA-Sachverhalten). Er muß den Beweis erbringen, dass es sich nicht um eine rechtswidrig zwischengeschaltete Gesellschaft handelt, die einzig dem Zweck dient, dass inländische Besteuerungsrecht in einen anderen Staat zu verlagern.

Im Kontext der G20-Abkommen haben viele Offshore- Staaten Auskunftsvereinbarungen in Steuerangelegenheiten (TIEA) unterzeichnet, so z.B. Cayman Islands und viele andere Staaten, die früher als sichere Steueroasen galten.

Deutsche Mandanten haben sich zusätzlich mit dem neuen Steuerhinterziehungsbekämpfungsgesetz (StHBG) zu beschäftigen:

Staaten, die den OECD-Standards hinsichtlich des Auskunftsersuchens nicht entsprechen, werden ausgegrenzt. So werden u.a. Rechnungen derartiger Gesellschaften in Deutschland grundsätzlich nicht anerkannt, sie sind als Betriebsausgaben nicht absetzbar. Eine Anerkennung erfolgt nur, wenn der Nachweis erbracht wird, dass es sich bei der rechnungsstellenden Gesellschaft um keine Scheingesellschaft / Briefkastenfirma. Auch andere Staaten übernehmen diese Regelung immer häufiger und binden solche Regelungen in die steuerlichen Missbrauchstatbestände ein.

Grundsätzlich sind solche Gründungen in reinen Offshore-Staaten möglich. Der Mandant sollte sich aber der Anforderungen an ein legales Verhalten bewusst sein und die Risiken der Steuergestaltung in solchen Konstellationen bewusst sein.

 

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