IP-Box-Privileg: Steuerbegünstigung von Geistigem Eigentum in Liechtenstein

Steuern auf Patente & Lizenzen in Liechtenstein

IP-Box-Privileg bei Immaterialgüterrechten

80% der Summe aller Einkünfte aus Immaterialgüterrechten können steuerlich gewinnmindernd als Aufwand abgezogen werden.  Immaterialgüterrechte oder auch Intellectual Property, werden durch die IP-Box steuerlich bevorzugt.

Dadurch soll das Fürstentum Liechtenstein als attraktiver Forschungsstandort etabliert werden.

Von der Summe der positiven Einkünfte aus Immaterialgüterrechten, die nach dem 1. Januar 2011 geschaffen oder erworben werden, können 80 % als betriebsbedingte Ausgaben gelten gemacht werden.

Als Immaterialgüterrechte werden Patente, Marken, Muster sowie Gebrauchsmuster definiert, die durch eine inländische, ausländische oder internationale Registereintragung geschützt sind.

Die nachfolgende Grafik veranschaulicht, wie eine Lichteinsteinische Holding aus einer GmbH in Deutschland Gewinne absaugt. Dadurch wird die Steuerlast in Deutschland gesenkt und der Gewinn aus Lizenzen und Patenten in Liechtenstein nur mit 2,5% besteuert.

Besteuerung einer IP-Box in Liechtenstein

Somit werden positive Einkünfte aus Immaterialgüterrechten nach Verrechnung mit den entsprechenden Aufwendungen nur mit 2,5 %, statt 12,5 % Ertragssteuersatz besteuert.

Im Zusammenhang mit einer Liechtensteiner Holding bietet sich somit die Möglichkeit, über eine IP-Box in einer Tochtergesellschaft Kosten für Immaterialgüterrechte zu erzeugen und so Gewinn aus der Tochtergesellschaft abzusaugen.

 

Beispiel:

Die deutsche GmbH hat ein Ladenlokal in einer deutschen Stadt. Das Design der Ladenausstattung ist als Geschmaksmuster geschützt. Der Name und das Logo sind als Wort-Bild-Marke geschützt. Das Vertriebskonzept unterliegt auch dem Urheberrecht der Liechtensteiner Gesellschaft.

Für das Überlassen der Rechte an dem Geschmacksmuster, der Wort-Bild-Marke und dem Urheberrecht stellt die Liechtensteiner Gesellschaft der deutschen GmbH regelmäßig Lizenzgebühren in Rechnung. Diese sind in Deutschland als Betriebsausgaben anzusehen und werden auf der liechtensteiner Seite als Gewinn nur mit 2,5 % Ertragssteuer besteuert.

Dies kann schon bei kleineren Gesellschaften gute Auswirkungen haben, recht große aber erst recht bei Franchise-Gebern.

Die Besteuerung von Urheberrechten oder Lizenzgebühren lässt sich so effektiv senken. Auch freischaffende Künstler oder Firmengründer können so ihren Gewinn nach Steuern steigern.

Neben Liechtenstein gibt es das IP-Box-Privileg auch in anderen Staaten, wie z.B. Zypern, Luxemburg oder den Niederlanden.