Steuerlast durch Holding auf Malta reduzieren

Malta-Holding-Modell

Steuerlast durch Malta-Holding reduzieren

Wie beschrieben, unterliegt eine Limited auf Malta dem hohen Normal-Steuersatz von 35 Prozent.

Doch dank des maltesischen Tax-Refund-System kann das Unternehmen auf Ebene der  Betriebsstätte eine effektive Endbesteuerung von unter fünf Prozent erreichen. Damit bietet die mediterrane Republik einen äußerst geringen Steuersatz innerhalb der EU.

Steueroptimierung durch Malta-Holding-Modell

Die maltesische Holdinggesellschaft gilt aus folgenden Gründen als ein gutes Mittel der internationalen Steuerplanung: Durch das sogenannte Malta-Holding-Modell können Sie im Wege einer Steuererstattung (Tax-Refund-System) 6/7 der tatsächlich gezahlten Steuern erstattet bekommen.

Jedoch sind zwei Dinge zu betrachten: 

  • Zum Einen müssen diese Steuern zunächst tatsächlich gezahlt werden. Diese Auswirkungen auf den Cash-Flow sind einzuplanen.
  • Zum Anderen sind die Steuererstattungen nicht in jedem Land steuerfrei, je nachdem, als welche Einkommensart sie angesehen werden.

 

Bei der Steuergestaltung mittels Zwischenholding ist also darauf zu achten, dass der Empfänger der Steuererstattung in einem Land sitzt, das diese Erstattung nicht oder nur im akzeptablen Rahmen besteuert.

Das Tax-Refund-System

Beim Tax-Refund-System werden auf Antrag die gezahlten Steuern zu 6/7 an den Eigentümer (Shareholder) der maltesischen Limited erstattet.

Dieses System basiert auf dem Income Tax Management Act und löst die Besteuerung alter International Trading Companies (ITC) ab. Alte ITC waren nicht berechtigt, auf Malta Handel zu betreiben und als Offshore-Firmen zu betrachten. Alle seit 2007 gegründeten Firmen sind nunmehr berechtigt in Malta Handel zu betreiben. Insbesondere im Bereich Jacht- / Schiffsregistrierung, Aviation und Glücksspiel-Lizenzen ist dies ein enorm wichtiger Faktor.

Beim Steuererstattungsverfahren muss die Gesellschaft zunächst Dividenden an den Gesellschafter ausschütten und die Erstattung der auf Malta gezahlten Steuern beantragen. Während Dividenden im Heimatland mit den üblichen Steuern belegt werden (Deutschland: Abgeltungssteuer, 25%), werden die Erstattungen oft als Einkommen gewertet. Damit unterliegen sie nicht den privilegierten Sätzen der Dividendenbesteuerung, sondern oft den höheren Steuern und (Sozial-) Abgaben auf Einkommen!

Wie zuvor beschrieben, müssen Sie also eine Firma in einem Empfängerland bereitstellen, dass diese Erstattungen gering oder gar nicht besteuert.

Das Malta-Holding-Modell

Um diese hohe Besteuerung mit Einkommensteuer auf die Erstattung zu umgehen, kann man im Rahmen des Tax-Refund-System das Malta-Holding-Modell installieren. Hierbei setzt man auf der Ebene des Gesellschafters eine Firma ein, die man in einem EU-Staat gegründet hat, der das sog. Holding-Privileg kennt, z.B. Niederlande, Dänemark, Spanien oder Zypern.

Von Malta kommende Dividenden und damit zusammenhängende Erstattungen an die Mutter-Gesellschaft werden auf Grund der Mutter-Tochter-Richtline nicht besteuert. Die zuvor genannten Staaten mit Holding-Privileg besteuern diese passiven Einnahmen ebenfalls nicht.

Bei der Weiterleitung (Dividenden-Routing) von der Mutter-Holding an den wirtschaftlich Berechtigten fallen in den meisten Staaten nur geringe Steuern nach DBA an, in einigen Staaten wird sogar keine Steuer auf abfließende Dividenden verlangt.

Absaugen von Gewinnen

Wie bei jeder Holding-Lösung kann die Mutter in der Umkehr auf vorher schon die Tochter auf Malta mit Betriebsausgaben belasten, um so den Gewinn der Malta-Gesellschaft zu schmälern. Dies ermöglicht ein vorzeitiges Absaugen von finanziellen Mitteln zur Mutter-Gesellschaft.

Hierbei ist es wichtig, das die Mutter-Gesellschaft in dem „richtigen“ Staat sitzt: Einige Staaten besteuern diese abgesaugten Mittel nur mit normaler Körperschaftssteuer und die Dividenden nebst Erstattung unterliegen weiterhin dem Holding-Privileg für passive Einnahmen. Andere Staaten sehen durch diese aktiven Einnahmen eine Infizierung der Holding und besteuern dann alle Gesamteinnahmen mit Körperschaftssteuer.

Dies kann eine schwerwiegende Falle sein!

Allgemein lässt sich dieses elegante Modell für eine Firmengründung im Ausland im Auge behalten. Ob und wie es sich im jeweiligen Einzelfall realisiert, hängt dann von den rechtlichen Gegebenheiten der jeweils involvierten Staaten ab. Hier bieten Treuhand-Konstruktionen oft wesentliche Freiheitsgrade.

Malta-Holding-Modell und Organschafts-Modell kombinieren

Für unsere Mandanten aus Österreich: Im Zusammenhang mit dem sog. Organschafts-Modell läßt sich dieses Dividenden-Routing extrem profitabel gestalten. Bitte sprechen Sie uns hierzu an.

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