Besteuerung einer Firma auf Mauritius

Steuern auf Mauritius

Muß meine Firma auf Mauritus Steuern zahlen?

Für Unternehmer lohnt sich die Gründung einer Firma auf Mauritius, um legal und rechtssicher Steuern zu sparen. Der Inselstaat bietet attraktive Steuersätze, hinab bis zu 3%. Offshore-Gesellschaften auf Mauritius zahlen keine Steuern!

Auf der Insel können sowohl International Business Companies (IBC) gegründet werden, als auch Offshore-Gesellschaften (Exempted Companies). Damit das Finanzamt die ausländische Betriebsstätte anerkennt, müssen die Unternehmer einige Punkte beachten, um ihre Firma im Ausland ehrlich und sicher zu betreiben.

Im Gegensatz zu anderen Staaten, die sich ebenfalls durch niedrige Steuern auszeichnen, unterscheidet der Inselstaat zwischen zwei verschiedenen Geschäftslizenzen:

Es handelt sich um die Category 1 Global Business Licence (GBL 1) und die Category 2 Global Business Licence (GBL 2). Eine GBL1-Gesellschaft gilt als Steuersubjekt der Republik Mauritius, während es sich bei einem GBL2-Unternehmen steuerrechtlich um eine gebietsfremde Körperschaft handelt.

Die unterschiedliche Besteuerung von GBL1- und GBL2-Companies

GBL1-Gesellschaften unterliegen der mauritischen Steuergesetzgebung.

Dabei handelt es sich jedoch um Niedrigsteuern, für die zusätzliche Steuererleichterungen Anwendung finden können. Die Körperschaftssteuer für GBL1-Unternehmen, die steuerlich wie lokale Betriebe behandelt werden, beträgt 15 %. Die Gesellschaft ist jedoch berechtigt, entweder eine tatsächlich gezahlte ausländische Ertragssteuer von der Körperschaftssteuer abzuziehen oder einen fiktiven ausländischen Steuersatz in Höhe von 80 % in Abzug zu bringen.

Die Berechnung sieht wie folgt aus: 80 % von 15 % Körperschaftssteuer ergeben 12%. Diese 12 % werden von den 15 % Körperschaftssteuer abgezogen, womit sich eine tatsächliche Besteuerung von 3 % ergibt. Eine gut gemanagte GBL1-Gesellschaft kann von mehr als 30 mauritischen Steuerabkommen profitieren, sodass sich sogar eine Nullbesteuerung ergeben kann.

Für gezahlte Dividenden oder Zinsen werden keine Kapitalertragssteuern fällig. Veräußerungsgewinne sind ebenfalls steuerfrei. Ebenso zahlt eine GBL1-Gesellschaft weder Stempelsteuer noch Grunderwerbssteuer auf der Insel. Ein Unternehmen der Kategorie GBL1 profitiert von den zahlreichen Doppelbesteuerungsabkommen (DBA), die der mauritische Staat u.a. mit Deutschland und mit zahlreichen weiteren Ländern abgeschlossen hat.

Exempted: Auch von der Steuer ausgenmmen

GBL2-Unternehmen unterliegen als sog. Exempted Companies mit ihren weltweiten Einnahmen keiner Besteuerung in dem Inselstaat. Eine Exempted Company zeichnet sich dadurch aus, dass sie ausschließlich außerhalb ihres Geschäftssitzes auf Mauritius Erträge erwirtschaftet. Aus diesem Grund wird die Exempted Company ebenfalls steuerfrei gestellt.

Keine Vermeidung der Doppelbesteuerung!

Dafür finden die Befreiungen der Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) keine Anwendung für ein Unternehmen der Kategorie GBL2.

Dies wird zumeist in Protokollen der DBA vermerkt, die oft nur nach aufwändiger Recherche einsehbar sind.

Als Beispiel ein Auszug aus dem Protokoll zum Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Mauritius zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen und zur Förderung des Handels und der Investitionstätigkeit zwischen den beiden Staaten:

Gehören mehr als 25 vom Hundert des Kapitals einer Gesellschaft oder der Beteiligung an einer Personengesellschaft, die in Mauritius ansässig ist, unmittelbar oder mittelbar Personen, die nicht in Mauritius ansässig sind, so gelten die Artikel 6 bis 14 und 17 des Abkommens für die Einkünfte, die die Gesellschaft aus der Bundesrepublik Deutschland bezieht, nur dann, wenn sie nachweist, daß die Einkünfte der mauritischen Steuer unterliegen und die so zu entrichtende Steuer der mauritischen Steuer entspricht, die nach dem allgemeinen mauritischen Steuerrecht auf die Einkünfte zu zahlen ist.

Mit anderen Worten: Die Gesellschaft muß für Einkünfte aus Deutschland in Deutschland Steuern zahlen.

Das Protokoll ist wirksamer Bestandteil des DBA! Die Artikel 6 bis 14 und 17 des Abkommens  befassen sich gerade mit der Vermeidung der Doppelbesteuerung. Beachten Sie bitte auch, dass der beherrschende Einfluß (Beteiligung größer 25%) für alle Unternehmen gilt; eine Verschleierung mittels einer aus ausländischen Offshore-Gesellschaft ist daher nicht möglich!

Auch der Freihafen der Insel darf von einer GBL2-Gesellschaft nicht genutzt werden.

Damit liegt bei einer Firmengründung auf Mauritius im Falle einer GBL2-Gesellschaft ein Fall vor, der genauestens betrachtet werden muß!

Diese Konstellation –

  • Exempted Company (auf Mauritius steuerbefreite Gesellschaft – GBL2),
  • DBA (Doppelbesteuerungsabkommen) liegt vor,
  • Keine Vermeidung der Doppelbesteuerung,
  • TIEA (Abkommen zum Austausch von Informationen in Steuersachen) sind vereinbart –

kann schnell zu einer gravierenden Steuerfalle werden.

Mit welchen Staaten hat Mauritius ein DBA vereinbart?

Zum heutigen Stand (2014) hat Mauritius mit folgenden 39 Staaten ein DBA vereinbart:

Australien
Bangladesh
Barbados
Belgien
Botswana
China (Volksrepublik)
Deutschland
Frankreich
Indien
Italien
Katar
Kroatien
Kuwait
Lesotho
Luxemburg
Madagaskar
Malaysia
Monaco
Mosambik
Namibia
Nepal
Oman
Pakistan
Ruanda
Schweden
Senegal
Seychellen
Singapore
Sri Lanka
Südafrika
Swaziland
Thailand
Tunesien
Uganda
Vereinigte Arabische Emirate
Vereinigtes Königreich
Zambia
Zimbabwe
Zypern
 

 

Vorsicht: TIEA und andere Abkommen

Daneben gibt es jedoch weitere Abkommen wie beispielsweise {tip Tax Information Exchange Agreement::Abkommen für den Informationsaustausch in Steuersachen}TIEA{/tip} und Rechtshilfeabkommen, die einen Informationsaustausch in Steuersachen ermöglichen. Zu diesen Staaten gehören einerseits kleinere Staaten wie die Färorer und Grönland, aber auch die USA, Australien und Norwegen.

Mauritius gehört damit nach OECD zu den Staaten der „White List“.

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